Wie krisenfest ist das Rheinland? Mobilitätskongress in Düsseldorf diskutiert Resilienz von Verkehr und Versorgung

Wie krisenfest ist das Rheinland? Mobilitätskongress in Düsseldorf diskutiert Resilienz von Verkehr und Versorgung

Düsseldorf, 13. Oktober 2026. Wie gut ist das Rheinland auf den Ausfall wichtiger Verkehrswege und Versorgungsnetze vorbereitet? Beim 9. Mobilitätskongress Rheinland, den die Metropolregion Rheinland e.V. gemeinsam mit der IHK-Initiative Rheinland, go.Rheinland und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im Düsseldorfer Savoy Theater ausrichtete, diskutierten rund 150 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, wie die Region ihre Infrastruktur besser schützen und sich auf Krisen vorbereiten kann. Es braucht mehr Investitionen, alternative Transportwege und eine engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um die Region auch in Krisenzeiten handlungsfähig zu halten.

Der Kongress fand im Savoy Theater in Düsseldorf statt.

Infrastruktur muss Krisen standhalten, nicht nur dem Alltag

„Wir dürfen uns bei unserer Infrastruktur nicht länger nur fragen, ob sie im Alltag funktioniert. Entscheidend ist auch, ob sie Krisen standhält. Das Rheinland braucht deshalb Verkehrswege, Energie- und Kommunikationsnetze, die leistungsfähig, verlässlich und widerstandsfähig sind. Dafür müssen wir schneller investieren, besser vorsorgen und Staat und Wirtschaft enger zusammenbringen. Resilienz entsteht nicht erst in der Krise – sie muss vorher organisiert werden“, betonte Andreas Schmitz, Präsident der IHK Düsseldorf, zur Eröffnung des Kongresses.

Welche Bedeutung eine widerstandsfähige Infrastruktur für die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas hat, beleuchtete Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdEP und Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung des Europäischen Parlaments. Dabei hob sie insbesondere die Bedeutung grenzüberschreitender Verkehrsverbindungen für die europäische Verteidigungsfähigkeit hervor: „Ohne grenzüberschreitende Mobilität kein Nachschub. Ohne Nachschub keine Verteidigung. Was Europa braucht, ist ein militärisches Schengen. Und zwar umgehend.“

Frau Strack-Zimmermann aus Brüssel für eine Keynote dazugeschaltet.

Auch Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, machte die Anforderungen an eine krisenfeste Infrastruktur deutlich: „Sicherheit ist kein Zustand, sondern eine Daueraufgabe. Angesichts der veränderten Sicherheitslage müssen wir unsere Kritische Infrastruktur noch besser schützen und resilienter machen.“

Lieferketten, Verkehrswege und Dual-Use-Infrastruktur

Wie anfällig internationale Lieferketten sind, zeigte die Diskussion über globale Warenströme: Geopolitische Konflikte, blockierte Seehandelsrouten, Cyberangriffe sowie Hoch- und Niedrigwasser können Transporte abrupt unterbrechen oder verlagern. Das trifft das Rheinland als europäischen Logistikstandort unmittelbar und erhöht den Druck auf Straße, Schiene und Rhein. Gefragt sind deshalb breiter aufgestellte Lieferketten, alternative Transportwege und eine engere Abstimmung zwischen Wirtschaft und öffentlichen Stellen.

Besonders deutlich wurde der Handlungsbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur. Brücken, Schienenstrecken, Umschlaganlagen, Häfen und leistungsfähige Hinterlandverbindungen sind nicht nur Grundlage für wirtschaftliche Wertschöpfung, sondern können im Krisen- oder Verteidigungsfall zusätzliche Bedeutung gewinnen. Vertreterinnen und Vertreter von Deutscher Bahn, Bundeswehr, belgischem Militär, Hafen Antwerpen-Brügge und go.Rheinland diskutierten Engpässe im Schienennetz, Redundanzen, grenzüberschreitende Korridore sowie die Anforderungen der Militärlogistik – und damit auch Dual-Use-Infrastruktur, von deren Ausbau zivile Verkehre ebenso profitieren können wie sicherheitsrelevante Transporte.

Vertreterinnen und Vertreter von Deutscher Bahn, Bundeswehr, belgischem Militär, Hafen Antwerpen-Brügge und go.Rheinland diskutierten Engpässe.
Vertreterinnen und Vertreter von Deutscher Bahn, Bundeswehr, belgischem Militär, Hafen Antwerpen-Brügge und go.Rheinland diskutierten Engpässe.

Die Widerstandsfähigkeit des Rheinlands entscheidet sich vor der Krise

Die Widerstandsfähigkeit des Rheinlands entscheidet sich lange vor der nächsten Krise. Notwendig sind gezielte Investitionen in leistungsfähige und alternative Verkehrswege, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine verbindlichere Zusammenarbeit über Zuständigkeits- und Landesgrenzen hinweg. Denn krisenfeste Infrastruktur ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch ein entscheidender Standortfaktor für Investitionen, Wachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Wir danken der IHK-Initiative Rheinland, go.Rheinland und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie allen Gästen für den spannenden Austausch!

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