Der Rhein ist nicht nur die zentrale Lebensader der Metropolregion Rheinland (MRR) sondern zugleich auch deren größte natürliche Barriere. Neben den 28 Brückenbauwerken über den Rhein in NRW ergänzen insgesamt 15 Fährverbindungen zwischen Bad Honnef im Süden und Rees am Niederrhein die Querungsmöglichkeit des Stroms und gewährleisten eine flexible und leistungsfähige Mobilität. Insbesondere für die überlasteten oder vielerorts sanierungsbedürftigen Brücken übernehmen die Fähren eine wichtige Entlastungs- und Ausweichfunktion.
„Gerade in einer Flächenregion wie dem Rheinland sichern Fähren kurze Wege, entlasten die Brücken und stärken die regionale Wirtschaft. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses wichtige Angebot schleichend wegbricht. Aber ohne gezielte politische Unterstützung von Land und Bund geraten viele Fährverbindungen in ihrer Existenz ernsthaft in Gefahr. Die Fähren müssen bei Mobilitätsplanungen und Finanzierung stärker mitgedacht werden.“
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, Vorstandsvorsitzender der Metropolregion Rheinland
Rund 2,6 Millionen Fahrgäste pro Jahr im NRW-Rheinland
Jährlich nutzen rund 2,6 Millionen Fahrgäste die Fähren im Rheinland, davon allein über 500.000 im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Düsseldorf – trotz der dortigen „Konkurrenz“ von sieben Rheinbrücken – und über 1,5 Millionen im Raum Bonn / Rhein-Sieg trotz dreier Rheinbrücken.
„Die Zahlen unterstreichen, welche Bedeutung die Fähren für die tägliche Mobilität haben, auch wenn sie den Ausfall einer kompletten Brücke wie der Bonner Nordbrücke natürlich nicht ausgleichen können. Im Rheinland mit seiner vielerorts überlasteten Verkehrsinfrastruktur und zahlreichen sanierungsbedürftigen Brücken helfen sie jedoch, das Verkehrssystem zumindest etwas zu entlasten – demnächst dann auch als Teil des Schienenersatzverkehrs zwischen Mehlem und Königswinter. Deshalb müssen sie als fester Bestandteil moderner Verkehrspolitik verstanden und entsprechend unterstützt werden.“
Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg
Strukturelle Probleme und Herausforderungen
Trotz ihrer großen Bedeutung stehen viele Fährbetriebe vor erheblichen Herausforderungen. Dazu zählen insbesondere der Fachkräftemangel und bürokratische Auflagen, steigende Betriebskosten sowie zunehmende Einschränkungen durch Hoch- und Niedrigwasser. Auch wirtschaftlich geraten viele Betreiber an ihre Grenzen, da steigende Kosten kaum über Fahrpreise kompensiert werden können.
„Unsere Rheinfähren sind bedeutend für die Mobilität am Niederrhein – gerade auch für den Radverkehr in der Fläche und entlang des Rheins. Sie schaffen attraktive Verbindungen über den Rhein, gerade dort, wo keine Brücken verfügbar sind. So stärken die Fähren den Tourismus und machen die Region für Alltagsradler wie auch für Gäste von Nah und Fern noch lebenswerter und erlebbarer. Daher müssen die Fährangebote dringend erhalten bleiben.“
Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel
Vor diesem Hintergrund formuliert die Metropolregion Rheinland in einem aktuellen Positionspapier konkrete Forderungen an die Politik auf Landes- und Bundesebene:
• Bürokratische Vereinfachungen bei Qualifikationsanforderungen für Personal
• Stärkere Verankerung der Fähren in der Mobilitätsstrategie Nordrhein-Westfalens
• Stärkere Berücksichtigung der Fährverkehre bei wasserbaulichen Maßnahmen am Rhein
• Rückkehr zu einem einheitlich ermäßigten Mehrwertsteuersatz für alle Beförderungsarten
