Bürokratierückbau ist zentraler Standortfaktor für Wettbewerbsfähigkeit

Bürokratierückbau ist zentraler Standortfaktor für Wettbewerbsfähigkeit

Parlamentarischer Abend in Berlin behandelt Modernisierungsdebatte · Keynote PStS Thomas Jarzombek MdB · Turnusmäßige Übergabe des Vorstandsvorsitzes von Dr. Stephan Keller an Torsten Burmester

Berlin, 19.05.2026 – Staatsmodernisierung und Digitalisierung sind entscheidende Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit des Rheinlands als Industrieregion im Wandel – das war die Kernbotschaft des Parlamentarischen Abends der Metropolregion Rheinland (MRR) „Weniger Bürokratie, mehr Wettbewerbsfähigkeit“. Rund 150 Gäste aus Bundespolitik, Verwaltung, Wirtschaft, diplomatischem Corps, Medien und Wissenschaft kamen am 19. Mai 2026 in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin zusammen.

Turnusmäßige Übergabe des Vorstandsvorsitzes

Mit dem Abend in Berlin wurde der turnusmäßige Wechsel an der Verbandsspitze zelebriert. Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln, übernahm den Vorstandsvorsitz von Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Mitgliederversammlung der MRR hatte Burmester bereits am 11. Mai 2026 einstimmig ins Amt gewählt. Beide eröffneten den Abend gemeinsam auf der Bühne als bewusstes Signal für die enge Zusammenarbeit in der Metropolregion Rheinland über kommunale und parteipolitische Grenzen hinweg.  Denn die großen Zukunftsfragen, so Burmester, „lassen sich nur gemeinsam beantworten“.

Torsten Burmester: „Bürokratierückbau ist ein zentraler Standortfaktor“

„Bürokratierückbau ist längst keine technische Verwaltungsfrage mehr. Er ist ein zentraler Standortfaktor geworden – gerade für Regionen im Wandel. Unsere Unternehmen tragen derzeit vielfach drei Belastungen gleichzeitig: hohe Energiekosten, hohe Steuerlasten und hohe Bürokratielasten. Von diesen drei Faktoren ist die Bürokratie diejenige, bei der staatliches Handeln unmittelbar Entlastung schaffen kann – oft sogar ohne zusätzliche finanzielle Mittel. Wir sind Industrieregion und Transformationsraum zugleich. Wir sind Logistikdrehscheibe, Wissenschaftsstandort und Energieraum. Wir erleben Strukturwandel nicht theoretisch – sondern jeden Tag ganz konkret – im Rheinischen Revier, in der Chemieindustrie, im Handwerk“, sagt Torsten Burmester, Vorsitzender der Metropolregion Rheinland.

Thomas Jarzombek: „Deutschland mit Digitalisierung und KI wieder zukunftsfähig machen“

 

Die Keynote des Abends hielt Thomas Jarzombek MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Mit Blick auf die digitale Souveränität Deutschlands bekräftigte er die Linie seines Hauses: „In Deutschland müssen wir das Rad nicht ständig neu erfinden. Entscheidend ist, bewährte digitale Lösungen schneller über alle staatlichen Ebenen hinweg auszurollen. Wir fokussieren uns auf die konkrete Umsetzung und nutzen gemeinsam erfolgreiche Ansätze.“ Eine ergebnisorientierte, anwenderzentrierte Digitalisierung sei das Fundament für eine moderne, zukunftsfähige Verwaltung – und ein zentraler Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Spannende Paneldiskussion zu Chancen von Bürokratierückbau für die Wettbewerbsfähigkeit

Bei der Paneldiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Deutschen Bundestag und der rheinischen Wirtschaft standen die vielfältigen Chancen von Staatsmodernisierung, Digitalisierung und Bürokratierückbau für mehr Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Dabei wurden konkrete Auswirkungen von Bürokratie auf die Wettbewerbsfähigkeit von Großindustrie, Mittelstand und Kommunalwirtschaft im Rheinland skizziert, geplante Bürokratierückbau-Maßnahmen hinsichtlich ihrer Hebelwirkung eingeordnet und die aktuellen Entwicklungen aus NRW als mögliche Blaupause für den Bund diskutiert.

Begleitend zur Veranstaltung hat die MRR ein Positionspapier vorgelegt, das die Erwartungen der Metropolregion an die laufenden Modernisierungsvorhaben in Bund und EU bündelt. Die fünf Kernforderungen:

  1. Berichts-, Dokumentations- und Nachweispflichten deutlich reduzieren,
  2. verfahrensrechtliche Prozesse beschleunigen,
  3. Gesetzgebung einfacher und praxistauglicher gestalten,
  4. besser Rahmenbedingungen für neue Wertschöpfung schaffen und
  5. Digitalisierung voranbringen.

Das vollständige Positionspapier finden Sie hier.

Alle Bilder und Videos des Abends finden Sie hier.