Remscheid, 28. September 2026. Wie kann die Wettbewerbsfähigkeit des energieintensiven Mittelstands in Zeiten von Transformation und multiplen Krisen gesichert werden? Mit dieser Frage haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises Energie und Transformation auf ihrer diesjährigen Herbstsitzung in Remscheid beschäftigt. Zum Auftakt besichtigten die Arbeitskreismitglieder das Bergische Traditionsunternehmen Dirostahl und erhielten dort spannende Einblicken in die Produktion des energieintensiven Mittelständlers. Als führendes Familienunternehmen in der Freiformschmiede wird hier täglich mit Temperaturen bis zu 1.250 °C gearbeitet.
Anschließend ging es im Remscheider Rathaus um die konkreten Rahmenbedingungen für einen wettbewerbsfähigen Mittelstand. Den inhaltlichen Impuls gab Dr. Peter Schniering, Founder des Think Tanks Future Cleantech Architects.


Wettbewerbsfähigkeit braucht verlässliche Rahmenbedingungen
In der darauffolgenden Diskussion mit Dr. Roman Diederichs (Dirostahl), Peter Heinze (Stadt Remscheid), Christian Mildenberger (NRW.Energy4Climate) und dem Plenum standen insbesondere die Kosten der Energiewende und deren Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands im Vordergrund.
Neue Energieträger müssen für energieintensive Mittelständler wirtschaftlich darstellbar sein. Ohne verlässliche Preis- und Kostenperspektiven und planbare Rahmenbedingungen kann klimafreundliche Produktion nicht funktionieren. Paradoxerweise steht der produzierende Mittelstand als Zulieferer häufig vor der Herausforderung, Nachhaltigkeitsstandards erfüllen zu müssen, die aber dann von ihren Kunden aufgrund der damit einhergehenden Kosten nicht nachgefragt werden, selbst wenn es sich dabei um Kernprodukte für die Klimatransformation wie z.B. Windräder oder Elektroautos handelt. Instrumente wie der CBAM können einen Beitrag zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit leisten, müssen jedoch so ausgestaltet sein, dass Wettbewerbsverzerrungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermieden werden. Gleichzeitig stellen hohe Bürokratiekosten, komplexe Förderbedingungen und politische Instabilität insbesondere für Mittelständler zusätzliche Hürden dar.
Auch bei der Energieinfrastruktur besteht Handlungsbedarf. Schnelle Netzanschlüsse, leistungsfähige Netze und Speicher sind zentrale Voraussetzungen für die industrielle Transformation. Gleichzeitig braucht es einen technologieoffenen Blick auf die verschiedenen Transformationspfade: Wo Elektrifizierung technisch und wirtschaftlich möglich ist, sollte sie genutzt werden.
Übergreifend wurde deutlich: Die Transformation braucht weniger Komplexität, mehr Planbarkeit und eine stärkere Orientierung an der wirtschaftlichen Realität der Unternehmen.


Impulse für den Parlamentarischen Nachmittag in Brüssel
Die Ergebnisse der Diskussion fließen unmittelbar in die Vorbereitung des Parlamentarischen Nachmittags der Metropolregion Rheinland am 15. Oktober 2026 in Brüssel ein. Unter dem Titel „Zukunftsfeste Industrieregionen für ein wettbewerbsfähiges Europa – Wie gelingt die europäische Energiewende in Zeiten multipler Krisen?“ wird dort die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrieregionen im Mittelpunkt stehen.
Wir danken der Karl Diederichs GmbH & Co. KG (Dirostahl), der Stadt Remscheid sowie allen Gästen und Mitgliedern des Arbeitskreises für den konstruktiven Austausch!
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